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Corporate LLM: Ihr eigenes, DSGVO-konformes Sprachmodell

Ein Corporate LLM ist ein großes Sprachmodell (Large Language Model), das ein Unternehmen unter eigener Kontrolle betreibt: auf eigener oder vertraglich gebundener Infrastruktur, angebunden an die eigenen Daten und mit eigenen Regeln für Zugriff, Speicherung und Nutzung.

Ihre Mitarbeitenden nutzen KI längst, oft mit privaten Konten und ohne Regeln. Ein Corporate LLM gibt ihnen ein Werkzeug, das genauso gut schreibt und zusammenfasst, bei dem aber Sie bestimmen, wo die Daten bleiben.

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Was ist ein Corporate LLM?

„Corporate LLM“ ist ein Gattungsbegriff, kein Produktname. Gemeint ist ein Sprachmodell, das für ein bestimmtes Unternehmen betrieben wird, statt als offener Dienst für jedermann. Verwandte Begriffe sind „Private LLM“ und „private KI“.

Drei Merkmale machen ein Sprachmodell zum Corporate LLM:

  • Kontrolle über die Daten: Sie legen fest, wo Eingaben und Ergebnisse verarbeitet und gespeichert werden.
  • Anbindung an Firmenwissen: Das Modell beantwortet Fragen aus Ihren Dokumenten und Systemen, meist über RAG.
  • Eigene Regeln: Wer darf was fragen, was wird protokolliert, welche Inhalte sind tabu.

Das Modell selbst muss dafür nicht neu erfunden werden. In der Regel ist es ein leistungsfähiges bestehendes Modell, das in einer kontrollierten Umgebung läuft.

Corporate LLM vs. ChatGPT Enterprise: der Unterschied

ChatGPT Enterprise ist eine der Versionen von ChatGPT für Unternehmen. OpenAI sagt dort zu, Geschäftsdaten nicht zum Training zu verwenden, und bietet Verwaltungsfunktionen für Teams. Für viele Unternehmen ist das ein vernünftiger Schritt.

Der Unterschied liegt in der Kontrolle:

Merkmal ChatGPT Enterprise Corporate LLM
Betreiber OpenAI Sie oder ein Anbieter Ihrer Wahl
Modell OpenAI-Modelle frei wählbar und austauschbar, auch offene Modelle
Anbindung an Firmensysteme über angebotene Schnittstellen und Konnektoren nach Ihren Anforderungen gebaut
Abhängigkeit an einen Anbieter gebunden Modellwechsel ohne Neustart des Projekts

Wer vor allem ein gutes Schreibwerkzeug für viele Mitarbeitende sucht, ist mit ChatGPT Enterprise oft gut bedient. Wer vertrauliche Daten verarbeitet, Modelle selbst wählen oder Wissen tief in eigene Abläufe einbinden will, braucht ein Corporate LLM.

DSGVO & EU AI Act: volle Datenhoheit für Ihr Unternehmen

Mit einem Corporate LLM entscheiden Sie selbst, welche Daten das Modell sieht, wo sie verarbeitet werden und wie lange Protokolle aufbewahrt werden. Das ist die Grundlage, um KI-Nutzung gegenüber Datenschutzbeauftragten, Betriebsrat und Kunden zu begründen.

Der EU AI Act regelt KI-Systeme nach ihrem Risiko und gilt stufenweise. Art. 4 KI-Verordnung gilt seit dem 2. Februar 2025 für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, also auch für Unternehmen, die KI einsetzen. Seit dem Digital Omnibus vom Juli 2026 verlangt er Maßnahmen, die die KI-Kompetenz der Mitarbeitenden fördern; ein bestimmtes Kompetenzniveau schreibt er nicht mehr vor. Ein Corporate LLM erleichtert solche Maßnahmen: Sie wissen, welches Modell im Einsatz ist, wofür es genutzt wird und wer Zugriff hat.

  • Training: Ihre Daten werden nicht zum Training fremder Modelle genutzt.
  • Vertrag: Wir schließen mit Ihnen einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
  • Nutzungsregeln: Richtlinien für den KI-Einsatz, die zur Technik passen. Auf Wunsch erarbeiten wir sie mit Ihnen und schulen Ihre Mitarbeitenden.

RAG als Basis: Firmenwissen ins eigene LLM einbinden

Ein Sprachmodell ohne Zugang zu Ihrem Wissen schreibt gute Texte, kennt aber weder Ihre Produkte noch Ihre Verträge. Deshalb ist RAG (Retrieval-Augmented Generation) bei fast jedem Corporate LLM der erste Baustein: Vor jeder Antwort sucht das System die passenden Stellen in Ihren Dokumenten und das Modell antwortet daraus, mit Quellenangabe.

Neue Dokumente sind sofort abfragbar, Zugriffsrechte bleiben pro Dokument steuerbar, und das Modell selbst lässt sich austauschen, ohne das Wissen neu aufzubauen. Wie das im Detail funktioniert, lesen Sie unter RAG für Unternehmen.

Fine-Tuning, KI-Richtlinien und Schulungen

Zum Corporate LLM bieten wir drei Zusatzleistungen an:

  • Fine-Tuning: Soll das Modell einen bestimmten Stil oder Ihre Fachsprache beherrschen, trainieren wir es mit eigenen Beispielen nach. Für Faktenwissen bleibt RAG die Grundlage.
  • KI-Richtlinien: Wir legen mit Ihnen fest, welche Daten in welches Werkzeug dürfen und wer die KI wofür nutzt. Einen ersten Entwurf erstellen Sie mit unserer kostenlosen Vorlage für eine KI-Richtlinie.
  • Mitarbeiterschulungen: Ihre Teams lernen, das Corporate LLM sicher und sinnvoll einzusetzen. Das ist zugleich eine Maßnahme zur Förderung der KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung.

Anwendungsfälle: Rechtsabteilungen, Finanzdienstleister & Unternehmen mit Verschwiegenheits­pflichten

Ein Corporate LLM lohnt sich besonders dort, wo Daten das Haus nicht verlassen dürfen:

  • Rechts- und Vertragsabteilungen: Verträge zusammenfassen, Klauseln vergleichen, Entwürfe auf Basis eigener Muster erstellen
  • Versicherungen, Banken und Finanzdienstleister: Vorgänge vorbereiten, Bedingungswerke und interne Richtlinien abfragbar machen
  • Industrie mit Konstruktions- und Projektdaten: technische Dokumentation durchsuchen, Angebote und Berichte entwerfen, ohne Know-how an externe Dienste zu geben
  • Unternehmen mit Geheimhaltungspflichten gegenüber Kunden: Wer vertraglich zugesichert hat, Kundendaten nicht an Dritte weiterzugeben, braucht die Kontrolle über die KI-Verarbeitung

Im Alltag nutzen Mitarbeitende das Corporate LLM wie einen Chat: zum Formulieren, Zusammenfassen, Übersetzen und für Fragen an das Firmenwissen. Über Schnittstellen lässt es sich außerdem in automatisierte Abläufe einbinden, siehe Prozessautomatisierung.

Ablauf: vom Piloten zum produktiven Corporate LLM

  1. Erstgespräch (30 Minuten per Video, kostenlos): Welche Daten, welche Nutzer, welche Vorgaben?
  2. Architektur festlegen: Betriebsumgebung, Modellauswahl, Anbindung an Ihre Anmeldung und Rechteverwaltung. Die Entscheidung dokumentieren wir so, dass Datenschutz und IT-Sicherheit sie prüfen können.
  3. Pilot: Eine Abteilung arbeitet mit dem Corporate LLM und einem angebundenen Wissensbereich.
  4. Auswerten: Nutzung, Antwortqualität, Rückmeldungen der Mitarbeitenden. Was fehlt, was stört?
  5. Rollout und Betreuung: Weitere Abteilungen und Datenquellen kommen dazu. Wir betreuen das System, halten Modelle aktuell und passen Regeln an.
Häufige Fragen

Corporate LLM, kurz beantwortet.

Was ist ein Corporate LLM?

Ein Corporate LLM ist ein Sprachmodell, das ein Unternehmen unter eigener Kontrolle betreibt. Es läuft auf eigener oder vertraglich gebundener Infrastruktur, ist an die Daten des Unternehmens angebunden und folgt eigenen Regeln für Zugriff und Speicherung. Mitarbeitende nutzen es wie ChatGPT, aber die Daten bleiben unter der Hoheit des Unternehmens.

Welche Anbieter gibt es in Deutschland für ein DSGVO-konformes Corporate LLM?

Am Markt gibt es vier Gruppen von Anbietern: fertige KI-Plattformen, die mehrere Sprachmodelle in einer Oberfläche für Mitarbeitende bündeln; Cloud-Plattformen großer Anbieter mit Serverstandort in der EU, auf denen die eigene IT-Abteilung selbst entwickelt; Software, die vollständig auf der Infrastruktur des Unternehmens läuft; und Dienstleister, die ein Corporate LLM individuell aufbauen, an Firmendaten anbinden und betreuen. titanspear.ai, eine KI-Agentur aus Langenselbold in Hessen, gehört zur vierten Gruppe: Wir wählen mit Ihnen das passende Modell aus, binden es per RAG an Ihr Firmenwissen an und schließen einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Ihre Daten werden nicht zum Training fremder Modelle genutzt. Welche Gruppe passt, hängt davon ab, ob Daten Ihr Haus verlassen dürfen, wie viele Mitarbeitende das System nutzen und wie tief es in Ihre Abläufe eingebunden werden soll.

Was bedeutet LLM bei KI?

LLM steht für Large Language Model, auf Deutsch großes Sprachmodell. Es ist ein KI-Modell, das mit sehr großen Textmengen trainiert wurde und daher Sprache verstehen und erzeugen kann. LLMs stecken hinter Anwendungen wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Sie beantworten Fragen, fassen Texte zusammen, übersetzen und schreiben Entwürfe. Firmenspezifisches Wissen kennen sie nur, wenn man es ihnen, etwa über RAG, bereitstellt.

Was sind LLM-Unternehmen?

Als LLM-Unternehmen bezeichnet man Firmen, die große Sprachmodelle entwickeln und trainieren, zum Beispiel OpenAI, Anthropic, Google oder Meta. Davon zu unterscheiden sind Anbieter wie titanspear.ai, die keine eigenen Grundmodelle trainieren, sondern vorhandene Modelle für Unternehmen auswählen, betreiben und an deren Daten und Abläufe anbinden.

Wie kann ich mein eigenes Large Language Model (LLM) trainieren?

Ein Sprachmodell von Grund auf zu trainieren, erfordert enorme Rechenleistung und Datenmengen und lohnt sich für fast kein Unternehmen. Der übliche Weg: ein bestehendes, offenes Modell auswählen, es in einer kontrollierten Umgebung betreiben und per RAG an das Firmenwissen anbinden. Soll das Modell zusätzlich einen bestimmten Stil oder Fachjargon beherrschen, kommt Fine-Tuning mit eigenen Beispielen dazu. Auch das übernehmen wir.

Ist ChatGPT Enterprise DSGVO-konform?

ChatGPT Enterprise bringt die vertraglichen Grundlagen für einen DSGVO-konformen Einsatz mit, garantiert ihn aber nicht. OpenAI bietet dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag an und sagt zu, Geschäftsdaten nicht zum Training zu verwenden. Ob die Nutzung in Ihrem Unternehmen DSGVO-konform ist, hängt trotzdem vom Einzelfall ab: welche Daten Mitarbeitende eingeben, wo sie verarbeitet werden und welche Regeln intern gelten. Das sollte Ihr Datenschutzbeauftragter prüfen. Wer vertrauliche Daten verarbeitet, das Modell selbst wählen oder Zugriff und Speicherung nach eigenen Regeln steuern will, ist mit einem Corporate LLM besser bedient.

Gibt es eine KI-Schulungspflicht für Unternehmen?

Nicht im engeren Sinn. Artikel 4 der KI-Verordnung schreibt keine Schulung vor. Er gilt seit dem 2. Februar 2025 für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, also auch für Unternehmen, die KI einsetzen, und verlangt Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals. Der Digital Omnibus hat diese Pflicht im Juli 2026 abgeschwächt: Statt nach besten Kräften ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz sicherzustellen, müssen Unternehmen jetzt Maßnahmen ergreifen, die sie fördern. Feste Stundenzahlen oder Zertifikate verlangt die Verordnung nicht; die Bundesnetzagentur empfiehlt, die Maßnahmen zu dokumentieren. Naheliegend ist eine Schulung auf das System, mit dem Ihre Mitarbeitenden tatsächlich arbeiten, dazu eine KI-Richtlinie, die festhält, welche Daten in welches Werkzeug dürfen. Beides bieten wir zum Corporate LLM an.

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2026